Tourismus fördert biologische Vielfalt
Projekt wirbt für mehr Kooperation von Naturschutz und Tourismus
Projektdurchführung: Ö.T.E. – Ökologischer Tourismus in Europa e.V.
--> Auftakt-Workshop
--> 2.
Workshop: "Regionale Impulse"
--> 3.
Workshop: "Angebotsentwicklung & Vermarktung" -
Einladung: 02.12.2011, Magdeburg
Projekt - Ziele
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Projekt-Start
--> Präsentation Projekt
Im Jahr 2007 verabschiedete die Bundesregierung die „Nationale
Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)“. In der Folgezeit hat
das zuständige Bundesumweltministerium einige nationale und regionale
Foren zur Information der Öffentlichkeit durchgeführt und bei
angesprochenen Zielgruppen um Unterstützung bei der Umsetzung
geworben. Das Thema „Naturnahe Erholung und Tourismus“ der NBS
wurde bislang aber noch kaum berücksichtigt.
Hier setzt das Projekt „Tourismus fördert biologische Vielfalt“
an, das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) aus Mitteln des Bundesministeriums
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert
wird. Der Verband Ökologischer Tourismus in Europa (Ö.T.E.) e.V.,
die Umweltorganisation für einen nachhaltigen Tourismus, führt
das Projekt durch und will damit dazu beitragen, das Bewusstsein
über die Zusammenhänge von biologischer Vielfalt und Tourismus
gegenüber Akteuren aus der Tourismuswirtschaft und den Natur-,
Umweltschutz- und Freizeitverbänden zu vertiefen und konkrete
Beiträge für die Umsetzung der Strategie anzustoßen. Die Laufzeit
des Vorhabens beträgt 26 Monate (September 2010 bis November 2012).
Tourismus ist größtenteils auf eine intakte Natur und Landschaft
angewiesen. Er lebt von diesem Kapital, stellt oft aber eine erhebliche
Belastung für diese dar. Oft zerschneiden touristische Infrastruktur
wie z.B. Ski- und Freizeitanlagen) wertvolle Landschaftsräume
oder intensiv ausgeübte Sport- und Freizeitaktivitäten in der
Landschaft haben negative Effekte auf Tiere und Pflanzen. Dies
trägt zum Verlust von Arten und Ökosystemen bei. Der Erhalt der
biologischen Vielfalt muss also zu einem selbstverständlichen
Interesse auch des Tourismus werden.
Aber auch der Naturschutz profitiert vom Tourismus, wie viele
Beispiele von erfolgreichen Kooperationen in Nationalparken, Naturparken
und Biosphärenreservaten zeigen. Er sorgt für zusätzliche Arbeitsplätze
und Einkommen in strukturschwachen Regionen und Gäste sind besonders
dort für Angebote zur Umweltbildung und zum Natur erleben gezielt
zu gewinnen. Daher muss auch Anliegen des Naturschutzes sein,
wo immer möglich, verträgliche Tourismus- und Erholungsformen
zuzulassen.
Die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ ist darauf
ausgerichtet, die zukünftige wirtschaftliche und gesellschaftliche
Entwicklung nachhaltig zu gestalten ohne die Lebensgrundlagen
des Menschen zu zerstören. Die Strategie zeigt Problembereiche
auf und liefert Lösungswege wie z. B. auch Nutzungsansprüche durch
Tourismus und naturnahe Erholung verträglich und im Einklang mit
den Naturschutzinteressen entwickelt und durchgeführt werden können.
Ziele dabei sind u.a. die Verringerung negativer Auswirkungen
auf ökologisch sensible Gebiete, die verstärkte Entwicklung naturverträglicher
Tourismus- und Freizeitangebote sowie eine deutliche Erhöhung
der Zahl umweltorientierter Tourismusanbieter. Alle beteiligten
Akteure aus Politik, Wirtschaft und Verbänden sind aufgefordert,
sich an der Umsetzung der Nationalen Strategie zu beteiligen.
Nur wenn Naturschutz und Tourismus zu einer dauerhaften konstruktiven
und kooperativen Zusammenarbeit gelangen, kann ein größtmöglicher
Schutz für die Natur als auch ein größtmöglicher Nutzen für den
Tourismus erreicht werden.
Leistungen
I. Kooperation der Natur-, Umweltschutz- und Freizeitverbände
Über den bundesweiten Arbeitskreis „Nachhaltiger Tourismus“
werden entsprechende Aktivitäten und die Entwicklung eigener
Umsetzungsstrategien angeregt sowie die innerverbandliche Verbreitung
des Themas „Tourismus und biologische Vielfalt“ bis in die Untergliederungen
der Verbände gefördert.
Eine Bestandsaufnahme und Einordnung bereits
laufender Aktivitäten in diesem Bereich, die Herausgabe einer
Informationsbroschüre zu Tourismus und biologische
Vielfalt mit guten Beispielen der Verbände, die Erarbeitung
eines gemeinsamen Leitbildes und einer Verbände-Strategie
sind Bausteine dieser Zusammenarbeit. Ebenso die Umsetzung
von geeigneten Maßnahmen, bei denen beispielhaft innerverbandliche
und auch außerverbandliche Aktivitäten der Verbände zum Thema
Tourismus und biologische Vielfalt wirksam unterstützt werden
sollen.
Die Entwicklung eines Multiplikatorenmoduls „Biologische
Vielfalt und Tourismus“ wiederum soll den Aus- und
Fortbildungen von Wanderleitern, Naturpark- und Landschaftsführern,
Rangern sowie Leitern von Gästehäusern und Häuserreferenten
eine qualifiziert Hilfe und Anleitung bieten.
II. Dialog und Kooperation Tourismuswirtschaft und Naturschutz
Der notwendige Dialog zwischen Akteuren des Tourismus und des
Natur-, Umweltschutzes wird vertieft und weiter gefördert. Dabei
sollen die gemeinsamen Interessen beider Gruppen beim Erhalt
der biologischen Vielfalt hervorgehoben, dauerhafte Kooperationen
initiiert und gemeinsam nach tragbaren Lösungen für verträgliche
Nutzungen und Naturschutz gesucht werden. Für angepasste naturverträgliche
Tourismusformen wird geworben und wo notwendig bestehende naturverträgliche
Angebote optimiert und weiter entwickelt.
Durchgeführt werden fünf Fachworkshops zu Tourismus
und biologische Vielfalt als Plattform für den Austausch.
Sie dienen der Kommunikation und Beratung von Umsetzungsmaßnahmen,
zur Knüpfung neuer Netzwerke sowie zur Gestaltung, Präsentation
und Verbreitung von Umsetzungsbeispielen ökologisch verträglicher
Angebote. Die Aufarbeitung von Erfolgsfaktoren und Hemmnissen
in der Zusammenarbeit bzw. bei den Aktivitäten und Angeboten
steht dabei immer im Vordergrund der Veranstaltungen.
Begleitend dazu erfolgt die Herausgabe eines Handlungsleitfadens
zur erfolgreichen Umsetzung der Anforderungen von Tourismus
und biologischer Vielfalt. Der Leitfaden benennt Erfolgsfaktoren
und Hemmnisse sowie notwendigen Schlussfolgerungen zur Optimierung
von Kooperation, Projekten und Angeboten. Damit verbunden ist
die Präsentation praktikabler und vorbildlicher Lösungen zu
touristischer Nutzung, touristischen Angeboten und dem Erhalt
der biologischen Vielfalt.
Aber auch neue Kooperationen und Netzwerke
mit interessierten Verbänden und Partnern aus der Tourismusbranche
sollen angestoßen werden. Zur Verstärkung und Verbreiterung
der Basis wird ein erweiterter Dialog aus dem
Verbände-Arbeitskreis heraus mit weiteren Verbänden und Institutionen
geführt, die auf ihren Betätigungsfeldern einem naturverträglichen
Tourismus nahestehen, um sie für neue Formen der Zusammenarbeit
zu gewinnen.
Im Hinblick auf die diversen touristischen Label und
Qualitätszeichen (von Verbänden oder Tourismuswirtschaft)
im Spektrum naturnaher Tourismus werden zudem Vorschläge zur
Optimierung sowie Empfehlungen zur Integration von Anforderungen
der biologischen Vielfalt erarbeitet.
Auch gemeinsam mit interessierten Tourismusakteuren sollen aus
der Verbändearbeit heraus zur Umsetzung von Maßnahmen
und zur Schaffung von verträglichen Strukturen und Angeboten
neue Initiativen und Aktivitäten für einen naturverträglichen
Tourismus besonders in Regionen angestoßen werden.
Ergebnisse
Die Homepage der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt:
www.biologischevielfalt.de
Die Homepage des Ö.T.E.: www.oete.de
Alles über nachhaltiges Reisen: www.zukunft-reisen.de